Montag, 15. Dezember 2008

Courage - Eine mittlerweile leere Worthülse?

In einem aktuellen Interview über den im Januar 2009 anlaufenden Film Walküre, der das Stauffenbergsche Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zum Gegenstand hat, sagte Hauptdarsteller Tom Cruise, dass man insbesondere in Deutschland sein Werk zu schätzen wisse. Er begründet dies zum einen mit den 4,8 Millionen Euro, die Walküre aus dem Deutschen Filmförderfond erhalten habe und zum anderen mit dem Bambi (O-Ton Cruise: „Deutscher Oskar“), den er im November 2007 für seine Courage bei der Staufenberg-Verfilmung erhalten habe.

Doch welche Courage hat Tom Cruise denn gezeigt oder bewiesen? Ist es denn mutig, einen Film zu drehen, dessen Aussage und Inhalt mit der herrschenden Mehrheitsmeinung zu 100 % konform ist? Ist das Drehen des Films denn überhaupt mit einem Wagnis oder auch nur entfernt mit der Gefahr auf Repressalien oder ähnlichem verbunden? Es ist wohl eher das Gegenteil der Fall!

Courage beweist für mich jemand, dessen Handlungen mit Negativgefahr verbunden sind. Handlungen, wie beispielsweise der Bruch von Tabus, das Auftreten gegen eine herrschende Meinung, das Benennen verschwiegener Wahrheiten, ein Auflehnen gegen gesellschaftliche Missstände, den uneigennützigen Einsatz des eigenen Lebens und anderes derartiges. Dass Oberst Graf Stauffenberg beispielsweise als couragiert bezeichnet werden kann, das ist offenkundig. Aber Tom Cruise?

Ich werde als Historiker so couragiert sein und mir den Film ansehen. Jedoch muss ich so ehrlich sein und zugeben, dass ich mir davon keine Erweiterung meiner Kenntnisse über nationalsozialistischen Widerstand verspreche.

12 Kommentare:

Jelemania hat gesagt…

Boa, wenn ich ein Messer in der Tasche hätte, sorgt schon der Name Tom Cruise dafür, dass es sich von alleine öffnet!

Ich kann den Kerl nicht mehr in den Medien ertragen!

Aber wenn du den Film, produziert von Quentin Tarantino, meinst, dann werde ich ihn mir auch anschauen! Nicht, dass ich die deutsche Geschichte nicht kennen würde, aber Q.T.-Filme finde ich (ausser From dusk till dawn) schon gut!

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Tom Cruise ist kein so schlechter Schauspieler. Es gibt wirklich ganz ordentliche Filme mit ihm, wie beispielsweise "Eine Frage der Ehre".

Ob Quentin Tarantino an Walküre beteiligt war, das weiß ich nicht. Ich würde es eher verneinen. Im Übrigen mag auch ich seine Filme recht gerne, mit Ausnahmen. "From Dusk till Dawn" leidet meiner Meinung nur unter dem als Schauspieler maßlos überschätzten Tölpel Clooney.

Zu Cruise kann man stehen, wie man will. Früher war er besser. Die Auszeichnung für Courage hat er aber definitiv nicht verdient.

Frau Rossi hat gesagt…

"From dusk til dawn" ist Kult. Punkt.

Der Sektengnom ekelt mich an.
Für die Weihnachtsferien hab ich ein Scientology-Blog-Posting vorbereitet, auf desen Veröffentlichung ich mich schon lange freue... HEHEHE.

Meint ihr es ist mutig, wenn ich mich morgen früh auf die Rathaustreppe stelle und schreie "Free Schönau - weg mit allem altem Mief"?

Das ist ja auch bekannt und jeder weiß es...

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Der "alte Mief" in Schönau ist doch weg, Tanja.

Frau Rossi hat gesagt…

M.E. noch nicht vollständig!

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Puhh, das war deutlich, Tanja! ;-)

Frau Rossi hat gesagt…

Sowohl hüben als auch drüben!!!

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Erneuerung tut beiden gut! Stimme ich Dir zu!

Frau Rossi hat gesagt…

Aber mehr drüben! ;-)

Refresh the trash...

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Ich sehe, wir verstehen uns...

Jelemania hat gesagt…

Seid der Name T.C. gefallen ist, bitzeln mir die Finger!

Ungeziefer verschwindet nie vollständig! Es bleibt immer noch ein kleiner Rest da!

Kessi hat gesagt…

...in diesem Falle ist Courage wohl wirklich eine leere Worthülse und hat nichts gemein mit echtem Mut oder Beherztheit...