Nordkorea macht Atomtests und lenkt das Auge der Weltöffentlichkeit auf das eigene Land. Beschäftigt man sich etwas näher mit diesem "Staat", so fällt auf, dass es keinen Bereich gibt, in dem dieser Erfolge vorweisen kann. Elend und Defizite versuchen sich in einem unerbittlichen Wettstreit immer wieder zu überbieten - zu Lasten der (zivilen) Bevölkerung.
Wieder ein Paradebeispiel für die fehlende Alltagstauglichkeit und das Scheitern des Kommunismus und der linken Ideologien. Beide können keine nennenswerten Positivitäten in ihren zahlreichen Ausprägungen vorweisen. So gut wie jeder linke kommunistische Versuch im Staatsgewand scheiterte - wie beispielsweise die Sowjetunion, die osteuropäischen Staaten und die DDR bestens bewiesen haben. Die Leidtragenden waren dabei stets die großen Mehrheiten der Bevölkerung.
Tragisch, dass es immer noch Individuen gibt, auch gerade in Deutschland, die für linke ideologistisch-kommunistische Ideen eine Lanze brechen und Pseudo-Idealen nachjagen, denen sie selbst in keiner Weise gerecht werden und in Wirklichkeit selbst die größten Nutznießer ihres so verhassten konservativen "Kapitalismus" sind.
Eine Idee, die sich in ihrer reellen Ausprägung selbst ad absurdum führt.
Rein zufällig erfuhr die deutsche Medien- und Forschungslandschaft nun, dass der Todesschütze von Benno Ohnesorg im Jahre 1967 ein inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi war. Wie viele andere Westdeutsche besserte auch Polizist Karl-Heinz Kurras sein "kärgliches" Einkommen durch Informationsdienste und Ähnliches auf. Dienste, die er einem verbrecherischen System leistete. Einem blutbefleckten Staat, der unzählige Opfer zu verzeichnen hat.
Das Seltsame daran ist aber, dass diese Akte in zwanzig wiedervereinigten Jahren nicht entdeckt wurde, obwohl sie weder vernichtet noch unkenntlich gemacht und für jeden auffindbar gewesen wäre – zumindest theoretisch. Seltsam? Nicht wirklich!
Begutachtet man die Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), so fällt auf, dass es bisher keine richtige Aufarbeitung gegeben hat. Zwar gibt es vorbildliche Bemühungen, wie beispielsweise das Buch meines Freundes Dr. Christian Jung (Geschichte der Verlierer), doch leider stellen derart kritisch und wissenschaftlich analysierte Werke die Ausnahme dar.
Leider wird – wie ich schon öfters in diesem Blog schrieb – die Geschichte der DDR in der Forschung und in den Medien ausgeklammert und im schlimmsten Fall in einer perversen Ostalgie glorifiziert und zum Kult erhoben. So werden nicht nur die zahlreichen Opfer und Leidenden der zweiten deutschen Diktatur verhöhnt oder im Todesfall gar entehrt, sondern es wird eine politische Ideologie systematisch (sic!) verharmlost und erfolgreich in das gesellschaftlichen Akzeptanzbild integriert. Eine Tendenz, die sich linke Gruppierungen oder linksextremistische Parteien zu Nutze machen – sogar durchaus erfolgreich zu Nutze machen, wie manches Wahlergebnis der SED-PDS-Linkspartei in den letzten Jahren und Monaten bestens bestätigte.
Während es über alle erdenklichen Aspekte des Dritten Reiches eine Unmenge an guter Literatur gibt und beinahe stündlich immer mehr Werke (meistens leider nur Wiederholungen) über diese Thematik in den Büchermarkt drängen, kann man ernst zu nehmende Werke über die DDR beinahe an einer Hand abzählen. Weder Geld, noch publizistischer Platz noch Gedenk- oder Aufarbeitungsetats werden in angemessenem und würdigem Umfang bereit gestellt. Und da die erwähnte Verharmlosung die Informationsnachfrage gering hält und auch Wissenschaft, Forschung und Publizistik „ökonomisch“ ausgerichtet sind, muss sich das Angebot leider an der geringen (gesteuerten?!) Nachfrage orientieren.
So wird man mangels Aufarbeitung mit Sicherheit noch das eine oder andere Geheimnis der DDR in kurzen Schlagzeilen lesen können. Leider wird – Kontinuität des status quo zu Grunde gelegt – jede „Enthüllung“ nur eine kleine des Brennens unfähige Flamme im gewollten Dunkel sein.
Und der des Denkens mächtige Mensch wird schnell merken, dass Politik die Geschichtsschreibung (die „darstellende“ Geschichte) immer ad absurdum führt und deswegen bei Letzterer eigentlich wenig bis überhaupt nichts verloren hat. Eigentlich!
Horst Köhler bleibt weitere fünf Jahre das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland und das ist gut so! Gut für das Land, gut für die Menschen und gut für die politische Kultur. Zu Recht stand die übergroße Mehrheit der Bundesbürger hinter einem der besten Präsidenten die das Land je hatte und degradierte dadurch von sich aus die Kandidatur von Gesine Schwan zu einem Akt der Peinlichkeit. So kann man froh sein, dass dieses Amt nicht wie von SPD und Grünen geplant politisiert wurde und nicht eine Dame an der Spitze des Staates steht, die eine seltsame Definition von Neutralität und noch eine seltsamere Definition von politischem (diktatorischem) Unrecht hat. Ein guter Tag für Deutschland - herzliche Glückwünsche an Horst Köhler. Möge er seinem Anspruch weiterhin gerecht werden und mit der gebotenen Würde dieses hohe Amt wie gewohnt ausführen - neutral, "offen und notfalls unbequem".
Ich muss zugeben, ich lese oft mehrere Bücher gleichzeitig und lasse auch gerne mal ein Werk dann wieder eine längere Zeit unangetastet liegen. So auch die "Pilgerschrift" des bekannten Entertainers, für die ich mir mit fast sechs Wochen unverhältnismäßig lange Zeit gelassen habe. Nun ist es ausgelesen und ich werde hier meine Eindrücke zu teilen versuchen.
Nun ja, mit welcher Erwartung geht man an das Buch eines Komikers? Ehrlich gesagt hatte ich keine besonderen Erwartungen, außer netter kurzweiliger und spaßiger Unterhaltung. Diese Erwartungen wurden erfüllt – doch irgendwie ist dieses Buch auch ein Wenig mehr. Und dieses "Mehr" muss man versuchen zu Greifen und Festzuhalten.
Der Leser hat die Möglichkeit, den Jakobsweg von Südfrankreich bis Westspanien gemeinsam mit Hape Kerkeling zu wandern, gemeinsam das Auf und Ab dieses Weges zu erleben und gemeinsam das Auf und Ab der Stimmung oder gar des Gesamtlebens zu spüren. Das Besondere dabei ist, dass nahezu jeder Mensch sich mit dem Erzähler identifizieren und sich in den verschiedenen Situationen schnell wieder erkennen kann. Gemeinsam durchwandert man die sommerlichen Gefilde Nordspaniens, lernt die verschiedenartigsten, teilweise exotischen Menschen kennen und knüpft gemeinsam mit Kerkeling enge und tiefe Freundschaften – zumindest auf literarischer Ebene.
Bei der Lektüre erfährt der Leser auch die eine oder andere Anekdote aus dem Leben des Autors, sowie dessen unerwartet tiefgreifende Gedanken und Überlegungen zu Religion, Philosophie, Gesellschafts-, Natur- und Geisteswissenschaften. Das hat oftmals zur Folge, dass das Buch beiseite gelegt wird, die eigenen Gedanken sich verflüchtigen und man als Leser ebenfalls über Tiefgreifendes zu philosophieren beginnt, was einen netten Nebeneffekt darstellt.
Insgesamt ein nettes kleines Buch, das zu unterhalten und streckenweise sogar zu fesseln vermag. Kurzweilige „Reiseliteratur“, angehaucht mit einem Funken Gesellschaftskritik und gewürzt mit einer gehörigen Portion emotionaler Ich-Findung. Eine angenehm empfehlenswerte kleine Sommerlektüre für Zwischendurch.
Schon lange ist der seit Ende der 60er einsetzende Werteverfall in der deutschen Gesellschaft nicht mehr zu übersehen. Werte wie Hilfsbereitschaft, Höflichkeit oder gar Aufopferung weichen einer pervertierten antiautoritären Freiheit, die das Individuum zum sich selbst Nächsten erklärt und jegliche Handeln für Andere in den Bereich der Spießigkeit verschiebt.
Mittlerweile erreicht dieser Werteverfall die nächste Stufe. Um sich der Vollkommenheit jugendlicher Coolness (die fälschlicherweise oft mit persönlicher Freiheit verwechselt wird) anzunähern, bedarf es nun nicht mehr nur einer gewissen Eigennützigkeit und Unhöflichkeit, sondern vielmehr auch einer Art Ungebildetheit, die sich plakativer Beliebtheit erfreut.
So ist es beispielsweise in Internet-Communities keine Seltenheit, dass dort, wo man die gelesenen und geschätzten Bücher angeben soll, bei vielen jungen Menschen gähnende Leere herrscht oder ein Spruch wie "Bücher, was ist das denn?" oder "Bücher? Was kommt im Fernsehen?" oder entsprechendes angegeben wird. Und man merkt schnell, dass Bildung und Belesenheit nicht mehr als cool oder angesagt betrachtet wird, sondern das das Gegenteil der Fall ist. Das eigentlich Erstrebenswerte wird ins Negative okkultiert und umgekehrt.
Und man fragt sich unweigerlich, wo diese Idolfokussierung im Negativbereich wohl ihre Grenze haben wird. Und das Erschreckende ist, dass diese Grenze mit Sicherheit bei Weitem noch nicht erreicht ist.
In Anlehnung an meinen vorangehenden Beitrag hier noch ein Plakat der SPD, welches 1949 bei der Wahl zum 1. Deutschen Bundestag seinen Einsatz hatte:
Auch wenn die Botschaft inhaltlich gemäßigt klingt, so wird doch im Kern die Diffamierung der Wähler anderer Parteien deutlich. Hat man keine eigenen Erfolge oder wenigstens Modelle um den Status-Quo zu verbessern, dann muss eben die Diffamierung der politischen Gegner herhalten - im niederträchtigsten Fall die Diffamierung der Wähler des politischen Geners. Ein Wahlkampf, der an die niedrigen Instinkte des Wählers appelliert und sich Emotionen wie Angst und Hass zu Nutze macht, um Feindbildpahntasien zu schaffen, die geschickt mit dem politischen Konkurrenten in Verbindung gebracht werden.
Während man im Jahre 1949 mit übertriebenem Wohlwollen noch eine entschuldigende Nähe zu propagandistisch anderen Zeiten als eventuell rechtfertigende Motivation konstatieren kann, so unwertiger erscheinen dann doch solche Methoden im Wahlkampf von 2009. Und es drängt sich die Frage auf, ob derartige Kampagnen im Jahre 2009 einfach nur "Fehl"versuche eines ordentlichen Wahlkampfes darstellen und so auf eine gewisse naive Tölpelei zurückzuführen sind, oder ob es eine bewusste von Experten ausgearbeitete Taktik ist, die die negativen Begleiterscheinungen bewusst fahrlässig in Kauf nimmt oder sogar hervorrufen will.
Letzteres wäre nur für eine ethische Einstufung interessant - ein gefährliches Spiel mit dem Feuer ist es aber auch ohne derartige Kausalfragen.
Politischer Wahlkampf ist per se keine Zeit der hochgehaltenen Höflichkeit. Jedoch existiert in der BRD ein ungeschriebener Konsens darüber, dass man in plakatierten Werbekampagnen keine andere Partei diffamiert und auch keine Wähler anderer Parteien herabsetzt. Verständlich, denn eine derartige Praxis wäre nicht nur unanständig, sondern würde die politische Kultur und das diskursive Niveau in die Richtung vergangener Zeiten (Reichspropagandaminister Goebbles!!) bewegen, die wir zum Glück lange hinter uns haben.Dieser ungeschriebene Konsens des plakativen Anstandes wird nun von der SPD aufgekündigt und man bedient sich ohne Umschweife einer negativen Kampagne gegen eine andere Partei, diffamiert deren Wähler und streift sogar auf beleidigende Weise die Ehre eines Berufstandes im Finanzsektor.
Betrachtet man das Political Campaigning der demokratischen Parteien in der BRD in den letzten Jahren, so fallen nicht unerhebliche Niveauunterschiede zwischen diesen auf. Insbesondere merkt man, dass gerade die Kampagnen der SPD öfters gewisse Niveau- und Anstandsgrenzen unterschreiten und direktere populistischere Angriffe häufiger vorkommen als bei CDU, CSU, FDP und Grünen.
Als Begründung findet man in der Literatur unter anderem die Theorie, dass derartige Kampagnen auf das mehrheitliche Wählerklientel der SPD als Werbezielgruppe zugeschnitten sind. Sozusagen auf die etwas einfacher gestrickten Wähler, die man mit reißerischen Bildern, demagogisch-populistischen Parolen und Diffamierungen auf Boulevardniveau beeindrucken kann.
Was man dabei aber vergißt, ist das durch solche Kampagnen die ohnehin schon weniger gewordenen intellektuellen Wähler der SPD vollends abhanden gehen können. Vielleicht ist das aber auch einkalkuliert. Back to the roots, SPD?
Allen ein herzliches Dankeschön die mir per Mail oder durch Gästebucheinträge oder anderweitig zum Geburtstag gratuliert haben. Ihr habt mir damit eine ganz große Freude bereitet. Ich werde mich noch bei Euch allen persönlich bedanken.
Ich betrachte gerade das heute verteilte Kandidatenprospekt einer örtlichen politischen Partei und frage mich bei der Lektüre der inhaltlichen Punkte der letzten Seite, wo Aufrichtigkeit und Anstand geblieben sein mögen...
(Um kommunalpolitische Diskussionen und "anonyme" [ :-))) ] Rachekommentare bestimmter örtlicher "Damen" zu vermeiden, wird bei diesem Beitrag ausnahmsweise auf die Kommentarfunktion verzichtet werden)