Sonntag, 14. Juni 2009

Die Fortschrittlichkeit der Schweiz - mehr Schein als Sein?

Die Gleichstellung von Mann und Frau, eine der wesentlichen und wichtigsten Maximen der Menschenrechte, existiert bei unserem helvetischen Nachbarn noch nicht allzu lange. Die Confoederatio Helvetica, die sich gerne als fortschrittlich und historisch seiner Zeit voraus präsentiert, verankerte erst am 14. Juni 1981 besagte Gleichstellung in der Bundesverfassung. Knapp zehn Jahre vorher wurde 1971 erst das allgemeine Wahlrecht für Frauen eingeführt. So manches Entwicklungsland der Dritten Welt war da ein paar Jährchen schneller gewesen...

Die praktische Umsetzung dieser Selbstverständlichkeit lies mancherorts in der Schweiz aber noch lange auf sich warten. In schweizerisch orientierten Liechtenstein dürfen Frauen erst ab 1984 wählen, im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden wurde das Frauenwahlrecht erst 1990 gegen erheblichen Widerstand eingeführt.

Gratulation zum 28-jährigen Jubiläum einer späten Selbstverständlichkeit und ein ironisches Hoch auf auf die "Schweizer Fortschrittlichkeit".

3 Kommentare:

Fuchsi hat gesagt…

Interessant!
Das sind tatsächlich Dinge, die ich noch nicht wusste. Vielen Dank für diese sehr nützliche Information!

Lieben Gruß,
Fuchsi

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Ich mag die Gegenden und viele Menschen der Schweiz ja sehr gerne. Aber in vielerlei Hinsicht umschreibt der Spruch "Mehr Schein als Sein" die Schweiz in voller Breite - auch wenn die Schweizer das Gegenteil beeiden würden... ;-)

Anonym hat gesagt…

Die Fortschrittlichkeit einer Gemeinschaft oder eines Staates erkennt man am Umgang mit "Minderheiten"!