Freitag, 25. September 2009

Der Herbst kündigt sich an und hält den Deutschen den Spiegel vor...

Ob es ein politischer Herbst sein wird, vermag ich nicht zu sagen. Derzeit spricht nicht unbedingt viel, außer ein nicht gerade spannender Wahlkampf für dieses Schlagwort, das eine große Deutungsvarianz innehat.

Viele Parteien buhlen gerade um Wähler mit allen erdenklichen Versprechen und die wenigsten Parteien bieten dagegen durchdachte Lösungsvorschläge an. Es stellt sich dabei aber die Frage, ob man seitens der Parteien überhaupt Lösungsvorschläge erwarten sollte. Diese Frage motiviert sich nicht aus Geringschätzung gegenüber den "am politischen Willensbildungsprozess mitwirkenden" Verfassungsorganen. Ganz im Gegenteil - denn die Frage ist doch, welche ehrliche politische Aussage kann denn in einer dynamischen Welt voller Veränderung überhaupt getätigt werden. Ist es nicht vielmehr so, dass es eigentlich keine direkten Lösungsvorschläge gibt, sondern dass Politik derzeit viel mehr eine Flickschusterei an einem sich stetig selbst weiter zerstörenden Flickenteppich ist? Sind pseudo-charismatische Lösungsvorschläge und Forderungen eines allgemeinen schlaraffen- und märchenlandähnlichen Hochidealismus nicht die unterste Form der Wahlkampfethik? Fordern kann man viel Medien- und Wählerwirksames und versprechen kann man alles mögliche. Doch sollte man nicht die Realität und die Realisierbarkeit von Versprechen im Auge behalten und nicht alles ins Parteiprogramm schreiben, was wohl klingenden Idealen entspricht, so wie es die SED-PDS-Linkspartei beispielsweise in übelster Positivdemagogie tut?

Mit "schwarz-gelb" wird seitens der SPD ein medienwirksames Schreckgespenst gesponnen und einem Herrn Westerwelle alle möglichen Aussagen und "Meinungen" unter geschoben, was dessen Denken und Reden erklärter Weise nicht entsprechen kann. Eine wirkliches Schreckgespenst, nämlich "rot-rot-grün", das entweder nach kurzer Zeit untergehen oder dem Land auf lange Zeit richtig Schaden könnte, das wird faktisch ausgeklammert und von Journalisten aus den Reihen der Altachtundsechziger systematisch enttabuisiert...

Über vieles kann man nur den Kopf schütteln, allerdings ohne eine stringente Logik in der Sache zu verleugnen. Um mit Joseph Marie de Maistre zu sprechen, bekommt nämlich nicht nur jedes Volk die Regierung, die es verdient, sondern auch genau die Parteien und genau den Wahlkampf, den es verdient.

Und vor diesem Aspekt sollte sich mancher seine Gedanken machen!

8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Um mit Joseph Marie de Maistre zu sprechen, bekommt nämlich nicht nur jedes Volk die Regierung, die es verdient, sondern auch genau die Parteien und genau den Wahlkampf, den es verdient.

Weise Worte, dies alles hier ist die logische Konsequenz und doch macht es mich an manchen Tagen fassungslos.

Unknown hat gesagt…

trauriger Ernst, wie wahr, es spiegelt zZ wieder, wie verzweifelt viele Menschen sind, ohne Vertrauen in diese oder jene,wie wenig wirklich tiefe Information hinter allem steht. Die "Schauspieler" Politiker brauchen wir nicht, wie du ja auch schon angedeutet hast, hatte gestern noch ein tiefsinniges Gespräch mit 2 Menschen, die jetzt Anfang 40 sind und im ehemaligen DDR Regime ,damals bei der dortigen Bahn, gearbeitet haben, die Zwei sagen auch, alles, bloss nicht die lINKEN, um Himmels Willen, die haben genug erlebt.

Wichtig ist, meiner Meinung nach, das allerwichtigste überhaupt, ZUR WAHL ZU GEHEN !!!! wir leben in einer Demokratie, wo inzwischen (war ja auch nicht immer so) Frauen selbstverständlich Wahlrecht haben, dieses ist ein absolut positives Faktum unseres Staates. LEUTE GEHT ZUR WAHL !!!!!
zum nächsten denke ich, sollte jeder für sich das WAHLPROGRAMM ansehen und gucken, wer was auf der Fahne stehen hat und gucken, was zur persönlichen Einstellung passt, zu den persönlichen Belangen.
Man sollte sich nicht, von den Masken die davor stehen ,zu sehr ablenken lassen, der Inhalt ist entscheidend.
Eins steht fest, nach der Wahl werden wir uns so oder so "warm anziehen" müssen, es wird nicht besser werden.
Vieles ist aber so geschehen, durch falsches agieren, sollte man mal analysieren, ich habe es getan und meine Entscheidung steht sowieso, aber das gehört hier nicht her.
also Leute , geht in euch und dann zur Wahl. herzlich Kathrin

Rachel hat gesagt…

Wählen ist immer gut und wichtig! sonst fallen die Stimmen dem Gegner zu. Doch was sind hier die Gegner, welche die Verbündeten?
Alle verstecken sich hinter Masken, alle hinter irgendwelchen Versprechungen, die sie Jahre schon nicht in der Lage sind, einzuhalten.
Keiner von denen will kleinere Brötchen backen!
Und fest steht, jetzt *bekriegen* sich alle im Wahlkampf, dann fressen sie wieder aus einem Topf, lachen über die, die sie weiterhin beherrschen dürfen, freuen sich, dass ihre Gehälter gesichert bleiben und kümmern sich ganz dezent dann um den Rest, um uns.

Auf gehts, schauen wir also nicht nur in den Spiegel, sondern hinter denselben, dies öffnet uns vielleicht erst richtig die Augen.

LG, Rachel

RUDHI Rüscher hat gesagt…

Was sollten denn eigentlich pazifistische Anarchisten wählen? Die vorgestellten Politiker sind doch nur die Ministranten der anonymen Banken- oder industriellen Konzern-Manager... Und nach der Anzahl der Wähler summieren sich die Parteiförderungen! Das ist der wahre Grund, warum Politiker stets das Wählen empfehlen!

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Ich bin auch dafür, dass man unbedingt wählen gehen sollte. Vielerorts haben Menschen ihr Leben gegeben, um ihr Wahlsystem nur ansatzweise an das Unsrige anzunähern.

Wen soll man wählen? Ich weiß, wen ich wähle. Die Partei, mit der meine Überzeugungen die größte Schnittmenge haben. Natürlich gemessen an der Realität. Das ist derzeit die C-Partei.

Natürlich hört sich auch vieles von anderen Parteien, insbesondere kleinen Parteien, sehr gut an. Aber man sollte hochwertige Versprechungen im Sinne der Erfüllbarkeit sehr genau vor der Realität abwägen. Nicht alles was sich toll anhört ist möglich, auch wenn Lafontaine und Co. so für das Kreuzchen die Wähler zu täuschen versuchen.

Seb. hat gesagt…

Der HeiPe bloggt wieder. Das Gewissen der Menschheit ist zurück.

Mensch,ich freu mich, Alter!

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Nicht übertreiben, Seb.!

Anonym hat gesagt…

Hallo Heinz-Peter
schön, daß Du wieder da bist, ich lese sehr gerne hier.
Ich möchte auch nochmal zu Deinem Kommentar wegen den Wahlen kommen, daß wir die Freiheit haben wählen zu dürfen, und in vielen Ländern andere immer noch dafür kämpfen und ihr Leben lassen!
Auch zu Kathrins Beitrag: man soll sich die Wahlprogramme anschauen und trotzdem soll man sich nicht blenden lassen!
Also in diesem Sinne morgen nicht vergessen -Geht bitte wählen !!!