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Samstag, 31. Januar 2009

Und wieder der Zentralrat...

Ein des Recherchierens nicht fähiges Vatikangremium hat Papst Benedikt XVI. empfohlen, die Vertreter der erzkonservativen Bruderschaft Pius X. der katholischen Kirche im Sinne der Kircheneinheit zuzuführen. Der Papst, der sich auf sein bestelltes Gremium verlassen muss, ist dieser Empfehlung gefolgt und hat besagter "Rückführung" zugestimmt. Leider war ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass er damit auch den sich selbst überschätzenden und selbsternannten Bischof Richard Williamson, der gegenwärtig in Argentinien lebt, in die katholische Kirche aufnehmen wird. Da Williamson ein bekennender Relativierer und Leugner des historisch belegten (!) Holocaust ist, gilt dieser Schritt verständlicherweise als höchst problematisch. Zurecht wurden in der katholischen Kirche in Deutschland, in den Medien, sowie auch in Historiker- und Theologenkreisen kritische Gegenstimmen laut.

Doch was macht der Zentralrat der Juden in Deutschland? Anstelle gemäß seines Auftrages aufklärerisch tätig zu werden und den Dialog mit den katholischen Würdenträgern zu suchen, erklärt der Zentralrat "den Dialog mit der katholischen Kirche (sic!) für unterbrochen". Und dies, obwohl gerade aus den Reihen der katholischen Kirche heftigster Widerspruch gegen die Papstentscheidung zu hören ist und obwohl gerade die katholische Kirche stets die Aussöhnung mit dem Judentum, das gute Miteinander und das würdige Gedenken an den Holocaust betreibt.

Abgesehen davon, dass der Zentralrat hier mal wieder seine Kompetenzen gewaltig überschätzt und seine geliebten Machtspielchen vollführen möchte, bringt er auch noch weitblickende und etablierte jüdische Würdenträger durcheinander, die seit Jahrzehnten einen offenen Dialog zwischen Juden und Katholiken pflegen.

Wann merkt dieser Zentralrat endlich, dass man mit einem auf Konsens ausgerichteten Dialog mehr erreichen kann, als mit auf Konflikt ausgerichteten Machtspielchen? Wohl erst, wenn das "leitende" Personal des Zentralrats ausgetauscht ist - wie mittlerweile auch viele jüdische Würdenträger in Deutschland hinter vorgehaltener Hand fordern.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Der sich selbst überschätzende Zentralrat.

Am gestrigen von den Vereinten Nationen geschaffenen Holocaust-Gedenktag waren die Vertreter der Zentralrats der Juden der Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag ferngeblieben.

Als Begründung für dieses eklatante Verhalten war zunächst zu hören gewesen, dass besagte Zentralratsvertreter sich echauffiert hätten, dass sie als Gäste auf der Besuchertribüne nicht persönlich begrüßt werden. Nachdem dies zu verwunderten Reaktionen geführt hatte, wurde die Begründung dergestalt relativiert, dass man nicht als Überlebende des Holocaust persönlich begrüßt werden würde.

Ich frage mich in diesem Zusammenhang, was diese arrogante Selbstüberschätzung soll. Aufgrund von persönlicher Eitelkeiten des Zentralrats wird das Andenken der im Holocaust ermordeten Juden (und anderer ermoderten Gruppen) entehrt und relativiert. Hätte man nicht persönliche Interessen dem würdevollen Andenken an die Opfer des schlimmsten Massenmordes der Geschichte unterordnen können - so wie es Ehre und Anstand gebieten?

Ich kann mittlerweile verstehen, warum viele Deutsche jüdischen Glaubens dem Zentralrat der Juden äußerst skeptisch gegenüber stehen. Diese in ihrer eigentlichen theoretischen Aufgabe äußerst sinnvolle Einrichtung schadet in der Realität durch ihre Handlungen und Äußerungen oft mehr als sie nutzt. Und das ist wirklich tragisch!