Man glaubt es kaum, auch der Taugeviel wird dieses Jahr in Urlaub fahren. Eine Woche Gardasee steht in der Woche "um den Zwanzigsten" auf dem Programm, gemeinsam mit Frau und Hund.
Früher hatte ich die Zeit zum in den Urlaub fahren, aber nicht das nötige Kleingeld. Heute sieht es genau umgekehrt aus. Das ist eben Schicksal.
Trotzdem freue ich mich und möchte mit niemandem tauschen. Obgleich ich aber ein wenig neidisch auf diejenigen bin, die in der Woche weniger als 80 Stunden arbeiten, einen freien Samstag haben, krank sein können und einen Anspruch auf Urlaub haben...
Wieder einmal fällt mir auf, dass sich immer weniger Menschen gemeinnützig für andere engagieren. Betrachtet man die Feste und Veranstaltungen der letzten Monate in meiner Heimatstadt, so merkt man, dass als Helfer immer die gleichen Personen in Erscheinung treten. So wird die Kultur eines Gemeinwesens und das Miteinander von einigen Wenigen getragen und dem gegenüber steht eine große Masse an Nutznießern und Konsumenten. Das ist sehr traurig, denn die Kultur eines Gemeinwesens steigt mit der Anzahl und dem Grad der sich ehrenamtlich ohne Eigennutz für andere Engagierenden.
Es ist dabei sehr bedauerlich, dass die Anzahl der sich ehrenamtlich für andere Engagierenden stetig sinkt und ein eigennutzenmaximierender Pseudo-Individualismus Platz greift. Das „Was habe ich davon?“ als Spätfolge der gesellschaftlichen Umerziehung und Entwertung durch die Achtundsechziger wurde bereits in vielen wissenschaftlichen Studien diskutiert.
Für mich persönlich ist es eine moralische Verpflichtung, dass ich mich für andere engagiere und meine wenige Freizeit zu Gunsten des Gemeinwesens investiere. Trotz einer 80-Stunden-Arbeitswoche finde ich immer noch kleine zeitliche Reserven, die ich in den Dienst der Allgemeinheit stellen kann. Und es gibt noch einige Personen mehr, die es genau so tun.
Ich persönlich hätte ein ganz schlechtes Gewissen, wenn ich beobachten würde, dass andere Menschen sich engagieren und in die Gesellschaft investieren, ich dagegen nur ein Nutznießer dieser gemeinnützigen Arbeit wäre und nur meinen eigenen Belangen nachgehen würde. Ein solcher nutzenmaximierender Pseudo-Individualismus schadet bei weiterer Ausbreitung der Gesellschaft massiv.
Ich bin ja normalerweise alles andere als ein Prominentenjäger, Autogrammsammler oder ähnliches. Gestern war ich allerdings auf einer Veranstaltung, wo ich die Gelegenheit hatte, ein paar Worte mit Ralf Möller zu wechseln. Den in Hollywood lebenden Möller kennt man unter anderem aus "Cyborg", "Universal Soldier", "Gladiator" und vielen anderen Filmen. Derzeit dreht er gerade mit Antony Hopkins.
Ich gebe zu, dass Ralf Möller einer der Action-Helden meiner Kindheit und Jugend war und das Zusammentreffen leider ein paar Jahre zu spät erfolgte. Nicht desto trotz war es ein angenehmes Gespräch.
Ich bin sicher, Christian Wulf wird ein guter Bundespräsident werden, der mit der notwendigen Würde und gebotenen Neutralität das Amt wahrnehmen wird. Joachim Gauck, den viele Bürger - mich eingeschlossen - lieber in diesem Amt gesehen hätten, ist ein guter Verlierer, der insgeheim aufgeatmet hat, nicht mit den Stimmen der SED-PDS-Linkspartei zum Bundespräsidenten gewählt worden zu sein. Die Nazis würden ja auch nicht Shimon Wiesental zum Bundespräsidenten wählen…
Unerhört finde ich dagegen, dass Joachim Gauck von SPD und Grünen missbraucht wurde, um Angela Merkel zu schädigen. Beschäftigt man sich näher mit Herrn Gauck, so fällt sehr schnell auf, wie wenig er mit Rot-Grün inhaltlich gemeinsam hat und wie wenig Interesse die Vertreter von SPD und Grünen über die Jahre hinweg an seiner Person und seinem Engagement gezeigt haben. Und beobachtet man die Stellungnahmen von SPD und Grünen nach (!) der gestrigen Wahl, so fällt deutlichst auf, dass das Interesse am Leben und Wirken von Herrn Gauck merklich gesunken zu sein scheint und nur noch die Beschädigung der Kanzlerin im Vordergrund steht.
Ich bedauere sehr, dass solch ein honoriger Mann, der das Bundespräsidentenamt allemal verdient hätte, für solch plumpe Parteiinteressen missbraucht wurde und zum mißbrauchten Opfer auf einem Nebenschauplatz degradiert wurde.
Heute steht die Wahl des Bundespräsidenten an. Zwei profilierte Kandidaten stehen zur Wahl, zum einen der Ministerpräsident von Niedersachsen Christian Wulff, zum Anderen der ehemalige Leiter der Stasi-Behörde Joachim Gauck. Beides fähige Männer, die gestalten können. Beide mit Sicherheit gute Bundespräsidenten. Beide mit kleinem Handicap: Wulff zu merkelhörig und Gauck von SPD und Grünen preferiert. Obwohl man zum Schutz von Letzterem festhalten kann, dass er mit SPD und insbesondere mit den Grünen inhaltlich recht wenig gemeinsam hat. Sicher kein Nachteil.
Auch die SED-PDS-Linke hat eine Kandidatin. Eine Dame auf die man nicht näher eingehen muss, da sie sich selbst schon mit umstrittensten Äußerungen ins Abseits gestellt hat.
Ich persönlich würde Christian Wulff lieber weiterhin in der aktiven Politik sehen und präferiere deswegen Joachim Gauck als Bundespräsident. Er würde das Amt mit Sicherheit neutral ausführen und insbesondere sich des Bekämpfens des Extremismus und der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit annehmen und den Verklärungstendenzen entgegen wirken. Die SED-PDS-Linke fürchtet Gauck, wie man aus verschiedenen Stellungnahmen erfahren kann und ich bin nicht sicher, ob die Nominierung - im Falle seiner Wahl - sich für SPD und Grüne möglicherweise auch zum Eigentor entwickeln wird. Deutschland würde er auf jeden Fall gut tun.