Posts mit dem Label Gesellschaftskritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gesellschaftskritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 8. September 2010

Bewegungen des schlafenden deutschen Michel

Jeder zweite Deutsche solidarisiert sich derzeit mit Thilo Sarrazin und etwa 18 Prozent würden sogar sofort seine Partei wählen, so die Umfragen der letzten Tage. Dabei ist diese Welle der Solidarität gar nicht mal auf seine streckenweise heftig diskutierten Thesen zurück zu führen, denn die wenigsten Personen – egal ob Unterstützer oder dämonisierender Ablehner – haben sich damit wirklich auseinandergesetzt.

Diese Menschen sind empört über den öffentlichen Umgang der Mächtigen aus Politik, Presse etc. mit Herrn Sarrazin und fragen sich, was denn die Worte über Meinungsfreiheit unseres Grundgesetzes überhaupt noch wert sein sollen, wenn jede nicht in die vorgegebenen politisch korrekten Denkschablonen passende Meinung umgehend sanktioniert wird.

Zum Anderen haben es viele Bundesbürger einfach satt, dass in dieser Republik über viele Themen kein freier Diskus stattfinden kann, ohne dass die Diskutanten umgehend zu Unrecht in die rechte Ecke gestellt werden, was in diesem Land einer Erklärung zu Vogelfreien gleichkommt.

Zum Dritten sehen die Menschen die große Diskrepanz zwischen ihrer Meinung, ihren Wünschen, ihren Anliegen und der Politik, die gewählten Politiker betreiben. Dazu ein beispielgebender Satz aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776:

Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräusserlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket.

Das erste Mal seit Jahrzenten ducken sich die Menschen in der Bundesrepublik nicht aus Bequemlichkeit und Angst weg, sondern beziehen offen Stellung gegen Tabuisierungen, gegen die Political Correctness und gegen „vorgedachte Meinungen“. Das erste Mal wird übergreifend nicht die Meinung der „Mächtigen“ nachgeplappert, sondern selbst gedacht, überlegt und hingesehen.

Die Thesen und das Buch von Sarrazin (die sich gerade bei vielen sehr gut integrierten ausländischen Mitbürgern in der BRD großer Beliebtheit erfreuen!) sind in diesem Prozess eher drittrangig. Viel wichtiger ist der entstehende Prozess in der Mentalitätenveränderung, so dass die freie und offene Diskussion angestrebt wird und man nicht mehr bereit ist, Floskeln wie „Das darfst Du nicht sagen!“ oder „Das ist eben so!“ oder „Darüber diskutiert man nicht!“ zu akzeptieren.

Man kann noch nicht sagen, was es ist und wie weit es gehen wird, aber es geschieht momentan etwas in diesem Land. Und was geschieht scheint von so großer mobilisierender und kollektiver Kraft zu sein, dass die Mächtigen und „Meinungshegemonisten“ zu schwitzen beginnen…

Donnerstag, 2. September 2010

Sarrazin und die abgeschaffte Freiheit einer Demokratie

Unabhängig davon, was man von den Thesen im erscheinenden Buch von Herrn Sarrazin halten mag, ist es wieder einmal erschreckend, wie unfrei doch die Mächtigen der bundesrepublikanischen Gesellschaft in Bezug auf die „freie Meinungsäußerung“ agieren. Vertritt und veröffentlicht jemand Thesen, die nicht in die schabloniert vorgegebenen Denkweisen der Mainstream-Meinungen passen, beginnt umgehend die inquisitorische Faust der Political Correctness zuzuschlagen und die Vernichtungsfeldzüge gegen unbequeme Personen werden gestartet. Es ist erschreckend und beschämend, wie wenig die demokratischen Freiheitsgedanken des Grundgesetzes und der Menschenrechte in der Realität zählen.

Samstag, 24. Juli 2010

Ehrenamtliches Engagement - Der tragende Balken der Gesellschaft

Wieder einmal fällt mir auf, dass sich immer weniger Menschen gemeinnützig für andere engagieren. Betrachtet man die Feste und Veranstaltungen der letzten Monate in meiner Heimatstadt, so merkt man, dass als Helfer immer die gleichen Personen in Erscheinung treten. So wird die Kultur eines Gemeinwesens und das Miteinander von einigen Wenigen getragen und dem gegenüber steht eine große Masse an Nutznießern und Konsumenten. Das ist sehr traurig, denn die Kultur eines Gemeinwesens steigt mit der Anzahl und dem Grad der sich ehrenamtlich ohne Eigennutz für andere Engagierenden.

Es ist dabei sehr bedauerlich, dass die Anzahl der sich ehrenamtlich für andere Engagierenden stetig sinkt und ein eigennutzenmaximierender Pseudo-Individualismus Platz greift. Das „Was habe ich davon?“ als Spätfolge der gesellschaftlichen Umerziehung und Entwertung durch die Achtundsechziger wurde bereits in vielen wissenschaftlichen Studien diskutiert.

Für mich persönlich ist es eine moralische Verpflichtung, dass ich mich für andere engagiere und meine wenige Freizeit zu Gunsten des Gemeinwesens investiere. Trotz einer 80-Stunden-Arbeitswoche finde ich immer noch kleine zeitliche Reserven, die ich in den Dienst der Allgemeinheit stellen kann. Und es gibt noch einige Personen mehr, die es genau so tun.

Ich persönlich hätte ein ganz schlechtes Gewissen, wenn ich beobachten würde, dass andere Menschen sich engagieren und in die Gesellschaft investieren, ich dagegen nur ein Nutznießer dieser gemeinnützigen Arbeit wäre und nur meinen eigenen Belangen nachgehen würde. Ein solcher nutzenmaximierender Pseudo-Individualismus schadet bei weiterer Ausbreitung der Gesellschaft massiv.

Montag, 31. Mai 2010

Da ist was faul im Staate Israel...

Vorhin wurde es im unteren Posting angesprochen - nun ist es schon wieder aktuell. Die Rede ist von den Machenschaften des Staates Israel.

So hatte eine Eliteeinheit des israelischen Militärs eine internationale Flotte mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen in internationalen Gewässern gestürmt, dabei zahlreiche Menschen getötet und noch mehr verletzt. Die Weltöffentlichkeit ist schockiert - so fordert die Türkei ein UNO-Sondertreffen, Palästinenserchef Abbas spricht von einem "Verbrechen", Frankreichs Außenminister ist "hochgradig schockiert und selbst Deutschlands Außenminister zeigt sich entrüstet. Nähere Infos hier.

Zum wiederholten Male hat Israel elementare Rechte verletzt, gegen jeden moralischen und militärischen Anstand verstoßen, internationale Abkommen verletzt und ohne ersichtlichen Grund gemordet. Auf Anzeichen von Reue oder ähnliches wartet man wie immer vergebens. Im Gegenteil, wie stets wird allen Anderen die Schuld an dem Vorfall gegeben.

Diese enorme Selbstgefälligkeit des Staates Israel (die übrigens von vielen Juden auf aller Welt verurteilt wird) ist nichts Neues. Und auch die Kritik der anderen Staaten wird nach kurzer Empörung schnell verhallen und wenn überhaupt, dann nur noch ganz vorsichtig geäußert werden. Es werden (allen voran von den USA) unzählige Rechtfertigungsgründe konstruiert werden und letztendlich wird der Vorfall schnellstmöglich unsanktioniert vergessen sein.

So wie es immer ist, wenn in und von Israel internationale Rechte verletzt werden, Gewalt angewendet wird und unschuldige Menschen ihr Leben verlieren. Die Welt drückt bei Israel immer wieder gerne ein Auge zu und versündigt sich so auf tragische Weise an der gesamten Menschheit und insbesondere am oft propagierten Begriff der sogenannten "Menschlichkeit".......

Montag, 3. Mai 2010

Politischer Radikalismus agiert wie erwartet - Wenigstens Teilerfolg gegen Rechts - Erblindung und Lähmung gegen Links

Wie befürchtet kam es in vielen deutschen Großstädten wieder zu erheblichen Krawallen durch linke Gruppierungen am 1. Mai 2010. Zerstörungen, Verwüstungen, Beschädigungen, gefährliche und schwere Körperverletzungen, Brandstiftungen und vieles weitere gehörten wie jedes Jahr zum traurigen Standardprogramm.

Und was passiert? Die Politiker der etablierten Parteien sind rat- und hilflos, die Polizei ist aufgrund ihrer schwachen Stellung in der BRD machtlos und die Presse übt sich in Verschweigen, Verharmlosen und manche wie die taz sogar in unterschwelliger Zustimmung.

Wenigstens der Aufmarsch der Rechtsradikalen konnte in Berlin und an anderen Stätten weitgehend verhindert werden. In diesen positiven Fällen funktioniert eben die Gegen-Agitation durch Parteien, die Prävention durch Polizei, die Verdammung durch Presse und dadurch (summa summarum) das Hinsehen durch die Bevölkerung, unterstützt von diversen Interessengruppen.

Dies zeigt, dass es möglich ist, ein Bewusstsein gegen politischen Radikalismus zu schaffen und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Vielleicht mag es ja auch irgendwann ein Heilmittel gegen die Erblindung des linken Auges und gegen die Lähmung der linken Seite des deutschen Michel geben.


Freitag, 30. April 2010

Maikrawalle - Die traurige Wiederholung eines ewigen link(isch)en Spiels

Nun ist es wieder soweit, der 1. Mai steht vor der Tür. Das Datum, an dem so manches anders ist und auf das sich bestimmte politische Gruppierungen das ganze Jahr über freuen.

Mit vordergründiger Berufung auf das Versammlungs- und Demonstrationsrecht, sowie auf das Recht zur politischen Betätigung findet einer der größten Missbräuche jener einst erkämpften demokratischen Rechte statt. Eingetaucht in den mentalverstärkende Wirkung gewisser „Mentalveränderer“ und ähnlichem stilisieren sich manche linke oder euphemistisch als autonom bezeichnete Gruppen in einen Rausch, der an vergangene Zeiten zu erinnern vermag.

Grenzen werden durchbrochen und ähnlich wie siegreiche barbarische Völker (die Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung stellt ja gewisser Maßen auch einen traurigen Sieg dar) oder wie wütende SA-Gruppen der 30er-Jahre stellt weder das Eigentum anderer, noch die körperliche Unversehrtheit oder gar das Leben ein Einhalt gebietendes Hindernis dar.

Wo wird das alles noch hinführen – Quo vadis, Germania?


Mittwoch, 28. April 2010

Das Bild der Dutschkes und Co. - Von denen, die auszogen, die Gesellschaft zu verändern...

Gestern lief im ZDF um 20.15 Uhr ein Film über Rudi Dutschke, der versuchte, ein unvollständiges Gesamtbild seines Lebens, der Aktivitäten des SDS und der ganzen 68er-Bewegung zu zeichnen. In diesem Konstrukt kamen einige viele Weggefährten (fast alle in gegenwärtigen Positionen mit Macht und Einfluss) und einige wenige Kritiker des Herrn Dutschke zu Wort.

Dass ich von der 68er-Bewegung, die ansatzweise durchaus wenige vernünftige Denkansätze gehabt haben mag, überaus wenig halte, das dürfte hinreichend bekannt sein. Dabei befürworte ich durchaus ein „auf-die-Straße-gehen“, ein „seine-Ideale-leben“ und ein „für-seine-Denkansätze-und-Überzeugungen-in-der-Öffentlichkeit-einstehen“.

Wenn sich das Ganze dann allerdings wie bei den meisten 68eren dermaßen ideologisiert, dass Feinbilder künstlich geschaffen werden, eine an zwei Maßstäben gemessene Doppelmoral Einzug hält und man sich selbst gewisser Methoden in Handlungen bedient, die man in Schriften und Worten ablehnt, dann spüre ich große Befremdung. Man kann nicht eine Diktatur ablehnen und eine andere (die sich ähnlicher Methoden und Mittel bedient) hofieren, man kann nicht Gewalt verurteilen und selbst anwenden, man kann nicht den Wert des menschlichen Lebens und der körperlichen Unversehrtheit propagieren, Verletzte und Tote aber billigend in Kauf nehmen. Und zu Guter letzt werden auch noch peripher erkennbare Ideale für Macht, Einfluss und nette Ämter über den Haufen geworfen. Die Liste der 68er-Paradoxa könnte man beinahe unendlich fortsetzen und der vermeintlich hohe moralische Anspruch löst sich sehr schnell in Rauch auf, wenn man die dunkelrote (und später grüne) Brille absetzt…

Dass die 68er nichts erreicht haben, das kann man nicht sagen. Dass sie wenig Positives erreicht haben und nur sich als in die Jahre gekommene Anti-Patrioten selbst gerne mystifizieren, daran kann kein Zweifel bestehen. Das was sie sich als Erfolg auf die Fahnen schreiben, das fand alles auch in mit Deutschland vergleichbaren Ländern ohne entsprechende 68er-Bewegung statt. Dass sie die Gesellschaft verändert haben, insbesondere durch ihren schleichenden Marsch durch die Institutionen in die Schaltzentralen der Politik, Gesellschaft und insbesondere Presse, auch daran kann kein Zweifel bestehen. Allein der nutzenmaximierende Pseudo-Individualismus, die Entwertung des Denkens und Handelns, sowie die Anonymisierung sind Beispiele von Misserfolgen der Bewegung, mit denen unsere Gesellschaft noch lange kämpfen muss.

Langsam nimmt der Einfluss der (Alt-)68er aber ab und es mehren sich kritische Stimmen, nachdem die Protagonisten ihr Bild in der Öffentlichkeit nicht mehr komplett selbst verfassen können. Es bleibt also noch Hoffnung, auf die Rückkehr der Werte, des Miteinanders und des Anstands…

Donnerstag, 21. Januar 2010

Über dem Umgang mit Menschen - (k)eine Fortsetzung!

Ich habe eine neue Idee für ein Buch, das ich schreiben könnte, in Anlehnung an das berühmte „Über den Umgang mit Menschen“ von dem ehrwürdigen Freiherren Knigge.

Dies, da ich in unserer Buchhandlung und insbesondere in der integrierten Postagentur sehr viel mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun habe und so direkt die Defizite im Benehmen, im Tonfall und in den Umgangsformen mitbekomme. Dazu muss man sagen, dass sich über 90 % der Kunden vorbildlich benehmen und hervorragende Umgangsformen haben. Betrachtet man aber die restlichen Wenigen, so kommt man des Öfteren durchaus ins Staunen und beim Grad der Unwertigkeit, den manches Benehmen erreicht, auch manchmal ins fassungslose Grübeln. Nun denn – ich versuche, sofern es die Zeit erlaubt, alle „besonderen“ Vorkommnisse aufzuschreiben beziehungsweise festzuhalten. Irgendwann wird genug Material für eine „empirische“ Fallstudie vorhanden sein, deren deskriptiven Ansatz man durch Gegenüberstellung normativer Idealtypen ergänzen kann. Interessant wäre ein solches Projekt, ein Spiegel der regionalen Gesellschaft, allemal…