Wie bereits im ausführlicheren Reisebericht erwähnt, besichtigten wir auch das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit (Stasi) in Berlin-Hohenschönhausen. Der Höhepunkt dieser Besichtigung war ein Gespräch mit einem Kollegen, dem Dipl. Politologen und Buchautor Cliewe Juritza. Herr Juritza war 1984 wegen reinen Verdachts auf Republikflucht als 18-jähriger verhaftet und in dem für Folter und Psychoterror bekannten Gefängnis in Hohenschönhausen inhaftiert worden. Noch heute leidet er augenscheinlich an Spätfolgen dieser unmenschlichen Haftmethoden.Interessant und erwähnenswert sind aber andere von ihm erzählte Anekdoten. Herr Juritza, der sich sehr für die Vergangenheitsbewältigung und historische Aufarbeitung der DDR einsetzt, arbeitet hauptsächlich als Referent und geschichtspolitischer Stadtführer. Durch diese Tätigkeit lernt er die verschiedensten Menschen kennen und kommt auch oft mit Ihnen ins Gespräch. So wurde auch schon öfters von angeblichen Zeitzeugen behauptet, dass seine Ausführungen nicht stimmen würden und dass er Märchen über die in jeder Hinsicht gute DDR erzählen würde…
Okay, dass die DDR zu politischen Zwecken verharmlost wird, das gehört in der Bundesrepublik zum Alltag und ist eines der Hauptdefizite unserer demokratischen Gesellschaft. Das weiß selbstverständlich auch Herr Juritza als unmittelbarster Augenzeuge. Doch welche Ausmaße diese Verharmlosungen annehmen, dass verschlägt manchmal auch Experten wie ihm die Sprache.
Einmal habe er – wie so oft – mit einem Verteidiger der zweiten deutschen Diktatur gesprochen, der – auch wie so oft – die Existenz der Stasi und ihrer Gefängnisse verneint habe. Als er diesen Herrn daraufhin mit zufällig mitgeführten Beweisen aus seiner eigenen Haft konfrontierte, entgegnete dieser darauf nur erbost, dass man in Hohenschönhausen wohl leider vergessen habe, ihn zu erschießen.
Ein weiteres Indiz für die zugunsten falscher ideologischer Weltanschauungen verfälschten Geschichte der DDR besteht darin, dass Besucher, die in der Nähe des berüchtigten Stasigefängnisses in Hohenschönhausen nach dem Weg fragen, von der anwohnenden Bevölkerung absichtlich in die falsche Richtung geschickt werden oder man steif und fest behauptet, dass es so etwas nicht gegeben habe beziehungsweise gäbe. Derartige Vorkommnisse sind leider keine Einzelfälle, sondern gehören dort beinahe zur Tagesordnung.
Eine Verhöhnung der Opfer der blutbefleckten SED-Diktatur, welche das Wort „demokratisch“ in ihrem Namen auf schändlichste Art missbrauchte und nach wie vor ihre ewig gestrigen Anhänger findet. Das Schlimmste an der ganzen Sache ist aber, wie sehr das Ganze im bundesdeutschen Bewusstsein verdrängt, schöngeredet und verharmlost wird. Eine fast perfekte Lüge einer fast perfekten DDR, deren pervertiert perfekte Fassade glücklicherweise von aufrichtigen Zeitzeugen wie Herrn Juritza gestört wird.
Okay, dass die DDR zu politischen Zwecken verharmlost wird, das gehört in der Bundesrepublik zum Alltag und ist eines der Hauptdefizite unserer demokratischen Gesellschaft. Das weiß selbstverständlich auch Herr Juritza als unmittelbarster Augenzeuge. Doch welche Ausmaße diese Verharmlosungen annehmen, dass verschlägt manchmal auch Experten wie ihm die Sprache.
Einmal habe er – wie so oft – mit einem Verteidiger der zweiten deutschen Diktatur gesprochen, der – auch wie so oft – die Existenz der Stasi und ihrer Gefängnisse verneint habe. Als er diesen Herrn daraufhin mit zufällig mitgeführten Beweisen aus seiner eigenen Haft konfrontierte, entgegnete dieser darauf nur erbost, dass man in Hohenschönhausen wohl leider vergessen habe, ihn zu erschießen.
Ein weiteres Indiz für die zugunsten falscher ideologischer Weltanschauungen verfälschten Geschichte der DDR besteht darin, dass Besucher, die in der Nähe des berüchtigten Stasigefängnisses in Hohenschönhausen nach dem Weg fragen, von der anwohnenden Bevölkerung absichtlich in die falsche Richtung geschickt werden oder man steif und fest behauptet, dass es so etwas nicht gegeben habe beziehungsweise gäbe. Derartige Vorkommnisse sind leider keine Einzelfälle, sondern gehören dort beinahe zur Tagesordnung.
Eine Verhöhnung der Opfer der blutbefleckten SED-Diktatur, welche das Wort „demokratisch“ in ihrem Namen auf schändlichste Art missbrauchte und nach wie vor ihre ewig gestrigen Anhänger findet. Das Schlimmste an der ganzen Sache ist aber, wie sehr das Ganze im bundesdeutschen Bewusstsein verdrängt, schöngeredet und verharmlost wird. Eine fast perfekte Lüge einer fast perfekten DDR, deren pervertiert perfekte Fassade glücklicherweise von aufrichtigen Zeitzeugen wie Herrn Juritza gestört wird.
4 Kommentare:
absolut gruselig, never again !!!
Unglaublich - mal wieder ein toller Bericht hierzu von Dir und ich hab hier eine ganze Menge verpasst die letzten Tage, wie mir scheint... hach... Seelig sind die, die nachts erst zum lesen kommen *g, grins - ich wünsche Dir was und ganz liebe Grüße und weiter so! :-) Kessi
Das Schlimme ist, dass man in der Bundesrepublik ungestraft die DDR verharmlosen und dadurch die Opfer und Leidtragenden verhöhnen kann.
Ich wünschte, es gäbe auch bezüglich des Unrechts der DDR ein ähnlich intensives Engagement wie bezüglich des Unrechts des Dritten Reiches.
Aber solange diese pervertierte Ostalgie betrieben wird und es modern ist, mit DDR-Symbolen oder gar dem Roten Stern (Gulag etc. lassen grüßen) auf der Kleidung herum zu irren, sind wir von einem humanistischen Unrechtsbewusstsein noch sehr weit entfernt.
Und die alten Kader (insbesondere um die SED-PDS-Linkspartei) lachen sich ins Fäustchen über die gegenwärtige Erblindung.
Wie immer ein gelungener Bericht :-) Es ist immer wieder eine Schande, wie mit der Wahrheit umgegangen wird...
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