Sonntag, 27. September 2009

Bürgerliche Mehrheit - Desaster für die SPD - Gestärkte Linksextremisten

Deutschland hat gewählt und die Menschen können aufatmen. Das Ergebnis hat eine bürgerliche Mehrheit hervorgebracht, eine schwarz-gelbe Regierung. Vorbei ist die Zwangsgemeinschaft der großen Koalition der beiden Volksparteien, die zwar insgesamt besser als ihr Ruf aber letztendlich nicht unbedingt progressiv und produktiv war. Nun haben sich die Machtverhältnisse in der BRD erneut verschoben und man kann auf die neu ausgerichtete Politik und die ihre Auswirkungen gespannt sein. Man wird zwar sicher nicht an die beachtlichen Erfolge der ersten schwarz-gelben Regierung unter Helmut Kohl im Zeitraum 1982 bis 1989 anknüpfen können, denn dies gibt die Zeit nicht mehr her. Aber man wird versuchen müssen, unter Beachtung vieler Faktoren einen neuen Kurs in der BRD zu schaffen, der gleichermaßen dem kleinen Mann, wie auch der Industrie gerecht werden wird. Eine große Verantwortung in schwieriger Zeit.

Zwei tragische Komponenten gibt es bei dieser Wahl, zum einen die immer niedriger werdende Wahlbeteiligung und zum anderen das Erstarken der linksextremistischen SED-PDS-Linke, die es mit Demagogie, märchenhaft anmutenden Versprechungen und einer unvergleichlichen Wählerverar****** zu einen zweistelligen Ergebnis gebracht hat.

Sei es drum. Nun sollte man nach vorne schauen und mit auf demokratischen Konsens ausgerichteten Handlungen ehrliche Wege aus der Krise finden, um so in der Zukunft Protest- und Krisenparteien von vorne weg den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Und auch für die, die über dieses Wahlergebnis nicht so glücklich sind, hat es ein gutes. Gemäß der Theorie des "kleinsten aller Übel" werden auch sie davon mehr profitieren, als von ihren favorisierten Konstellationen und Ergebnissen.

12 Kommentare:

Unknown hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Unknown hat gesagt…

nochmal, ich gratuliere allen, die sich als Sieger fühlen, herzlich ! zumindestens zu diesem Gefühl. Ich finde es gibt fast nur Verlierer, die niedrige Wahlbeteiligung spricht eine eigene Sprache und muß dringlichst analysiert werden.
Sollte es Kapitulation der Bürger sein, gilt es was zu tun, Hoffnungslosigkeit ? Gleichgültigkeit ? es ist verdammt traurig.

Über das Ergebnis bin ich nicht ganz so glücklich, da ich überzeugte Grün Wählerin bin.

Werden wir sehen, was nun kommt.
Die Rechnung kommt zum Schluss.

Bin froh, dass die Linken nicht zu stark sind und die Neonazis absolut unbedeutend.

Hoffe auf eine friedliche Zukunft.
Herzlich Kathrin

Hexe hat gesagt…

Ich finde, Deutschland kann sich auf keinen Fall als Sieger fühlen.

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Jedem seine Meinung. Das ist wichtig.

Ich bin erleichtert, denn ich bin der Meinung, dass dies zur gegenwärtigen Zeit die mit großem Abstand beste Konstellation auf Bundesebene ist. Auch wenn mancher es - wie bereits erwähnt - als kleinstes Übel werten wird. Und auch die Gegner dieser Konstellation werden mit Sicherheit mehr davon profitieren als wenn ihre favorisierten Konstellationen regieren würden. Und dafür freue ich mich im Sinne der Menschen.

Eine schwierige Zeit, die einen breiten Konsens durch alle politischen Parteien fordert.

CDU/CSU und FDP haben eine Chnace erhalten, die sie nutzen müssen. Die SPD hat die Chance sich in der Opposition (gut, dass Steinmeier deren Führung übernimmt)neu auszurichten. Die Grünen können sich auch realistischer ausrichten und die die wichtige ökologische Opposition betreiben. Die Linksextremisten sind ein Stachel in Deutschlands Demokratie und über ihre rechtsextremistischen Pendants muss man gottseidank nicht nachdenken.

Kessi hat gesagt…

Also ich freue mich auf eine Zukunft voller neuer Ideen und Gedanken, ich bin optimistisch und blicke erwartungsvoll nach vorne. Wie Du weisst, ist Politik nicht ganz so mein Gebiet :-) - als Herzblutmusikerin habe ich ganz andere Prioritäten, dennoch bin ich nicht ganz uninformiert, auch war ich selbstverständlich wählen und ich glaube, dass ich den Richtigen meine Stimme gegeben habe. :-)

Alles Liebe, Kessi

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Die bürgerliche Mehrheit kann nun zeigen, ob sie es kann. Ich bin guter Dinge! Und falls nicht wird die Demokratie ihren Lauf nehmen...

Michaela Schuemichel hat gesagt…

Mir ist ein Felsbrocken vom Herzen gefallen, als gestern die ersten Hochrechnungen über die Glotze flimmerten. Ich habe so gehofft und gebibbert, dass schwarz-gelb eine Mehrheit erhält - und ging gestern dann erfreut und beruhigt ins Bett.

Trotzdem hat diese Wahl gezeigt, dass die Nichtwähler, nichtsdestotrotz oft die Lautestschimpfer, die größte Mehrheit ausmachen. (wenn ich in der Verwandschaft dann solch blöde Ausreden, wie: "keine Zeit" höre, könnte ich die glatten Wände hochgehen...)

Auch das Erstarken der SED/PDS/Linken macht mir unglaubliches Magendrücken - wie kann man diese menschenverachtende Politik bis vor 20 Jahren in vielen Staaten und ihr Zusammenbrechen aufgrund nicht machbarer Umsetzung so schnell vergessen?!

Hoffen wir, dass Angie mit ihren Mannen dieses Land wieder hochbringt und einen Kurs einschlägt, der uns allen gut tut. Gut, vielleicht nicht allen, aber wie heißt es so schön: "Allen wohl, und niemand weh, ist eine Kunst, die niemand kann!"

Gott, bin ich froh!

Hexe hat gesagt…

Ich hab aber noch eine Frage. Wer sind denn die gestärkten LInksextremisten? Die LINKE kannst du ja wohl nicht meinen. Die sind nicht weiter links als die SPD zu ihren besten Zeiten. Und die MLPD hat ca. 20.000 Stimmen weniger als bei der letzten Bundestagswahl bekommen.

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Hexe, doch ich meine die Linkspartei, welche sich erheblich von der SPD zu ihren "linksten" Zeiten unterscheidet. Und das meine ich nicht nur aufgrund ihrer fehlenden Distanzierung von der undemokratischen DDR-Vergangenheit, sondern auch aufgrund anderer programmatischer Punkte in Landesprogrammen und Reden.

Seb. hat gesagt…

Aus den Reihen der Linken wurden schon Forderungen nach weniger Privatheit, größerer staatlicher Kontrolle in die Persönlichkeitsrechte, Enteignung von Privatbesitz im angeblichen Gemeinschaftssinne, politischer Zensur, Erhöhung der Staatsverschuldung, Regulierung der Marktes und noch mehr gefordert.

Wie der HeiPe schon schrieb, darf man nicht das Schlarafffenland-Versprechen der Bundestagswahl als Quelle reran ziehen, sondern muss die sonstige Agitation dieser Partei beobachten. Und das vergeht einem der Appetit.

RUDHI Rüscher hat gesagt…

Der globalisierende Turbo-Kapitalismus hat gewonnen; nun gehts mit Vollgas und linken Notbremsen in das neue Experiment, das man verhindern wollte und nun erst recht am Halse hat; und als EU-Bürger erst recht... bis 2012?

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Besser als der Seb. hätte ich es auch nicht schreiben können. Ich halte eine demokratische Linke ebenso für wichtig wie eine demokratischen (und Menschenrechte achtende) Rechte.

Diese Linkspartei wäre für mich erst im entferntesten tragbar, wenn sie sich eindeutig von der Vergangenheit ihres PDS-Flügels und von der internen KP distanzieren würde, wenn entsprechende Personen mit Hang zu Glorifizierung menschenverachtender Systeme sich verabschieden würden, wenn man ein ehrlicheres und auf auf die Regionen abgestimmtes Wahlprogramm hätte und insbesondere wenn man sich nicht nur als Interessenvertreter eines kleinen Wählerklientels (und insbesondere der eigenen Ideologie-Interessen) sehen würde.

Die WASG hatte da wirklich vernünftige und ehrenwerte Ansätze. Aber mit der Fusion mit der PDS hat man sich zum Großteil davon im Sinne einer Protestvermachtung verabschiedet, wie auch viele Ex-WASGler berichten.