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Freitag, 17. Juli 2009

Mein Buch "Gedankenworte" - Information

Die erste Auflage meines erfolgreichen Gedichtbandes "Gedankenworte" wird ab sofort nicht mehr ausgeliefert werden und ist somit nur noch als Restbestand über den Buchhandel oder das Internet erhältlich. Die zweite Auflage wird in den nächsten Wochen erscheinen, inhaltlich ergänzt und erweitert, in neuem Gewand und bei einem anderen Verlag. Dies nur als Vorankündigung.

Ich habe noch eine sehr begrenzte Anzahl von Autorenexemplaren der ersten Auflage. Wer möchte kann diese zum offiziellen Preis von € 14,80 (inklusive Versand!) bei mir bestellen. Gerne auch signiert, gewidmet oder sonstwie personalisiert.

--> Mittlerweile sind diese auch fast komplett weg. Zwei habe ich noch.

Sonntag, 21. Juni 2009

Eure Bücher - Nun seid Ihr gefragt!

Heute möchte ich meine Leser nicht mit Informationen und Stellungnahmen überhäufen, sondern Informationen erhalten. Ich möchte wissen, welche Bücher Euch nachhaltig beeindruckt haben und was Euch daran so beeindruckt hat. Jeder der Lust hat, kann hier Bücher empfehlen, die er für absolut lesenswert und "unverzichtbar" hält. Ich freue mich in diesem Sinne auf viele Anregungen und viele interessante Informationen...

Dienstag, 19. Mai 2009

Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" - Eine kleine Rezension

Ich muss zugeben, ich lese oft mehrere Bücher gleichzeitig und lasse auch gerne mal ein Werk dann wieder eine längere Zeit unangetastet liegen. So auch die "Pilgerschrift" des bekannten Entertainers, für die ich mir mit fast sechs Wochen unverhältnismäßig lange Zeit gelassen habe. Nun ist es ausgelesen und ich werde hier meine Eindrücke zu teilen versuchen.

Nun ja, mit welcher Erwartung geht man an das Buch eines Komikers? Ehrlich gesagt hatte ich keine besonderen Erwartungen, außer netter kurzweiliger und spaßiger Unterhaltung. Diese Erwartungen wurden erfüllt – doch irgendwie ist dieses Buch auch ein Wenig mehr. Und dieses "Mehr" muss man versuchen zu Greifen und Festzuhalten.

Der Leser hat die Möglichkeit, den Jakobsweg von Südfrankreich bis Westspanien gemeinsam mit Hape Kerkeling zu wandern, gemeinsam das Auf und Ab dieses Weges zu erleben und gemeinsam das Auf und Ab der Stimmung oder gar des Gesamtlebens zu spüren. Das Besondere dabei ist, dass nahezu jeder Mensch sich mit dem Erzähler identifizieren und sich in den verschiedenen Situationen schnell wieder erkennen kann. Gemeinsam durchwandert man die sommerlichen Gefilde Nordspaniens, lernt die verschiedenartigsten, teilweise exotischen Menschen kennen und knüpft gemeinsam mit Kerkeling enge und tiefe Freundschaften – zumindest auf literarischer Ebene.

Bei der Lektüre erfährt der Leser auch die eine oder andere Anekdote aus dem Leben des Autors, sowie dessen unerwartet tiefgreifende Gedanken und Überlegungen zu Religion, Philosophie, Gesellschafts-, Natur- und Geisteswissenschaften. Das hat oftmals zur Folge, dass das Buch beiseite gelegt wird, die eigenen Gedanken sich verflüchtigen und man als Leser ebenfalls über Tiefgreifendes zu philosophieren beginnt, was einen netten Nebeneffekt darstellt.

Insgesamt ein nettes kleines Buch, das zu unterhalten und streckenweise sogar zu fesseln vermag. Kurzweilige „Reiseliteratur“, angehaucht mit einem Funken Gesellschaftskritik und gewürzt mit einer gehörigen Portion emotionaler Ich-Findung. Eine angenehm empfehlenswerte kleine Sommerlektüre für Zwischendurch.

Montag, 13. April 2009

Ein Film über Marcel Reich-Ranicki - Anspruch und Wirklichkeit

Vor wenigen Tagen sah ich auf arte die Verfilmung von Marcel Reich-Ranickis Autobiographie „Mein Leben“. Da mir seine Autobiographie als Buch wirklich gut gefallen hatte, war ich auf den Film gespannt und hatte große Erwartungen an die Verfilmung eines Lebens, das als Dokument deutscher Zeitgeschichte gelten kann. Leider konnte der hochgelobte Film besagte Erwartungen nicht erfüllen.

Dass der Film vom Buch öfters abweicht, das ist nichts Ungewöhnliches im cineastischen Alltag und kann als künstlerische Freiheit von Regisseur und Produzent gesehen werden. Dass man aber auf wirklich wichtige und das Leben prägende Ereignisse verzichtet hat und den Fokus der Films fast ausschließlich auf die Zeit des Nationalsozialismus einstellt, dass ist eine verpasste Chance, sich dem kontroversen Leben einer Person der Zeitgeschichte anzunähern. Besonders enttäuschend ist dabei, dass der Film mit Beginn der Tätigkeit als Kritiker (die im Buch ausführlich behandelt wird) abrupt endet, obwohl dieser Abschnitt des Lebens von Reich-Ranicki mit Sicherheit nicht weniger interessant wäre, als die Vorgeschichte dazu.

Während diese vornehmlich cineastischen Kritikpunkte den Film als bestenfalls mittelmäßig erscheinen lassen, sticht ein inhaltlicher Punkt besonders hervor. Meines Erachtens wird Reich-Ranickis zu intellektuell, zu gebildet und zu höflich dargestellt.

Zugegeben – der Literaturpapst, zu dem besser der Begriff Literaturflegel passen würde, wird im journalistischen Bild der deutschen Öffentlichkeit stets positiv und fern jeder Kritik dargestellt. Daran ist man längst gewohnt, ebenso wie an die Tatsache, dass er sich immer etwas weiter aus dem Fenster lehnen kann wie andere Menschen, dass man ihm mehr durchgehen lässt als anderen und er sich in einer Art unangreifbarer Blase in der Wirklichkeit befindet. Dies ist bekannt und fällt jedem des Sehens und Verstehens mächtigen Beobachter auf, der sich damit auseinandersetzt.

Die Diskrepanz zwischen dem Reich-Ranicki im Film und dem in der Wirklichkeit, diese könnte aber nicht größer sein. Im Film wird ein feingeistiger, intellektueller, gefühlvoller und höflicher Mensch gezeigt, der hervorragende Umgangsformen aufweist und ohne Umschweife als gediegener Feingeist bezeichnet werden kann. Die Wirklichkeit dagegen bietet einen Reich-Ranicki, der wenig intellektuell wirkt, sich oft intolerant, grobschlächtig und unhöflich gibt und andere Menschen respektlos behandelt. Zudem fällt die äußerst gewählte Ausdrucksweise der Filmfigur auf, die in starkem Kontrast zu der oftmals von Kraftausdrücken strotzenden Fäkalsprache des echten Reich-Ranickis steht.

Und so groß mein Respekt vor dem (Über)Leben Reich-Ranickis im Dritten Reich ist, so unpassend wirkt die Darstellung seiner Person im Film, die sich perfekt in das glorifizierende Bild eines Menschen in der Öffentlichkeit einfügt, das mit der Realität wenig zu tun hat.

Film und Mensch wirken dabei wie mediale Kunstprodukte oder überzeichnete literarische Figuren ohne den Anspruch des Bestehens vor der Messlatte der Wirklichkeit.