Montag, 29. September 2008

Die Macht der Presse als x-te Gewalt im politischen System?

Von einer funktionierenden Presse erwarte ich möglichst objektive und möglichst ausgewogene Informationen, die mich in meinem eigenen Meinungs- und Willensbildungsprozess unterstützen sollen. Im Bereiche der Politik erwarte ich sachliche Erläuterungen, dialektische Abwägungen und kritische Auseinandersetzung zu einer bestimmten Thematik. Selbstverständlich ist absolute Objektivität ein unerreichbares Idealbild, welches durch das Wirken von eigenständig denkenden und subjektiv schreibenden Individuen niemals erreicht werden kann. Doch sollte dieses Idealbild zu erreichen stets oberste journalistische Maxime sein.

Eine Presse führt sich nämlich selbst ad absurdum, wenn sie darauf zielt, dem mündigen Bürger den Prozess der Meinungsbildung abzunehmen und ihn nicht nur möglichst objektiv in diesem Prozess zu unterstützen. Leider geschieht dies in der bundesdeutschen Presse nicht gerade selten, wodurch unabhängige Medien sich zu Erfüllungsgehilfen bestimmter politischer Richtungen und bestimmter Meinungen degradieren.

Ein breiter Methodenkatalog liefert den entsprechenden Handlungs- oder besser Agitationsrahmen. So werden beispielsweise eigentlich bekannte Fakten verschwiegen oder neue Fakten einfach dazu gedichtet, einzelne Zahlen von Statistiken werden isoliert genannt und in keinen Zusammenhang gestellt, bestimmte Ereignisse werden rhetorisch auf- oder abgewertet, Bilder werden gezielt zum Besser- oder Schlechter(dar)stellen von Personen und Ereignissen verwendet - und man glaubt gar nicht, wie viel verschiedene Journalisten voneinander abschreiben, ohne die Tatsachen kritisch zu überprüfen.

Schnell wird deutlich, welche beeinflussende Macht der Presse im Mediengefüge zukommt. Unterstützt wird das Ganze zusätzlich von ähnlich stringent arbeitenden bundesweiten Nachrichten- und Presseagenturen, die die Denk- und Schreibrichtung beeinflussend vorgeben. Ein durchdachtes und hervorragend aufgebautes System, auch wenn es übertrieben sein mag, von einer Art „Gleichschaltung der Presse“ zu sprechen, wie manche Presseanalytiker es tun.

Beschäftigt man sich mit kritischen Medienanalysen und steigt tiefer in die Materie ein, so findet man eine Vielzahl von Belegen für das beschriebene stringente Vorgehen des bundesdeutschen Presseapparates. Und jeder des Denkens Mächtige wird schnell verstehen, wie gering die Chancen von kritischen Journalisten oder Medien ist, gegen das Establishment und den von ihm getragenen Mainstream anzukommen.

8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du legst dich mit großen Gegnern an. Hab acht.

Anonym hat gesagt…

Sorry, aber das ist seine Meinung, welche ich auch mit ihm Teile. Wir haben doch das Recht in diesem Lande, zur freien Meinungsäußerung, oder bin ich da falsch?
Solche Drohungen finde ich sowas von daneben!

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Ist alles belegbare Wahrheit, sonst würde ich es nicht schreiben. Und jeder kann sich dazu äußern, dafür oder dagegen.

Anonym hat gesagt…

ihr habt mich beide falsch verstanden, ich wollte den verfasser nur zur vorsicht rufen, nicht drohen, ja?

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Der Verfasser hat auch nichts übel genommen.

Jelemania hat gesagt…

Ok, du hast es nicht so gemeint! Angenommen!
Aber lese dir jetzt noch einmal deine Sätze durch!
Schönen Abend noch!

Anonym hat gesagt…

Bewundernswert.

Heinz-Peter Heilmann hat gesagt…

Was ist denn genau "bewundernswert"?