In einem aktuellen Interview über den im Januar 2009 anlaufenden Film Walküre, der das Stauffenbergsche Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zum Gegenstand hat, sagte Hauptdarsteller Tom Cruise, dass man insbesondere in Deutschland sein Werk zu schätzen wisse. Er begründet dies zum einen mit den 4,8 Millionen Euro, die Walküre aus dem Deutschen Filmförderfond erhalten habe und zum anderen mit dem Bambi (O-Ton Cruise: „Deutscher Oskar“), den er im November 2007 für seine Courage bei der Staufenberg-Verfilmung erhalten habe.
Doch welche Courage hat Tom Cruise denn gezeigt oder bewiesen? Ist es denn mutig, einen Film zu drehen, dessen Aussage und Inhalt mit der herrschenden Mehrheitsmeinung zu 100 % konform ist? Ist das Drehen des Films denn überhaupt mit einem Wagnis oder auch nur entfernt mit der Gefahr auf Repressalien oder ähnlichem verbunden? Es ist wohl eher das Gegenteil der Fall!
Courage beweist für mich jemand, dessen Handlungen mit Negativgefahr verbunden sind. Handlungen, wie beispielsweise der Bruch von Tabus, das Auftreten gegen eine herrschende Meinung, das Benennen verschwiegener Wahrheiten, ein Auflehnen gegen gesellschaftliche Missstände, den uneigennützigen Einsatz des eigenen Lebens und anderes derartiges. Dass Oberst Graf Stauffenberg beispielsweise als couragiert bezeichnet werden kann, das ist offenkundig. Aber Tom Cruise?
Ich werde als Historiker so couragiert sein und mir den Film ansehen. Jedoch muss ich so ehrlich sein und zugeben, dass ich mir davon keine Erweiterung meiner Kenntnisse über nationalsozialistischen Widerstand verspreche.

