In diesem Buch des anerkannten Wissenschaftlers Hans Mathias Kepplinger werden verschiedene bundesrepublikanische Skandale der letzen Jahre betrachtet, verglichen und darüber hinaus nach Gemeinsamkeiten gesucht. Kepplinger erkennt und belegt, dass die Skandalierungen in Deutschland mehrheitlich einem feststellbaren Muster folgen, unabhängig ob der inhaltliche Sachverhalt eines Skandals würdig ist oder nicht. Einmal angestoßen treiben Medien, Politiker und teilweise sogar die Wissenschaft den vermeintlichen Skandal voran, ohne dabei auf ethische Diskurswerte und ähnliches Rücksicht zu nehmen. Sogar menschliche und institutionelle Verluste werden dabei rücksichtslos in Kauf genommen Oftmals verlässt die Auseinandersetzung den sachlichen Raum (sofern sie vorher dort Platz genommen hatte) und bewegt sich nur noch angreifend auf der persönlichen Ebene. Professor Kepplinger hat hier eine systematisch-schematische Einordnung versucht, die ihm gut gelungen ist. Und auch seinem provokativen Fazit („Was in totalitären Systemen der Schauprozess war, ist in demokratischen Gesellschaften der Skandal“) muss man zuzustimmen. Eine mittelschwer geschriebene Studie für alle, die sich nicht gerne vordenken lassen, den eigenen Verstand gebrauchen wollen und auch mal nach dem „Warum?“ fragen.Donnerstag, 9. Oktober 2008
Buchvorstellung: H. Matthias Kepplinger - Die Mechanismen der Skandalierung
In diesem Buch des anerkannten Wissenschaftlers Hans Mathias Kepplinger werden verschiedene bundesrepublikanische Skandale der letzen Jahre betrachtet, verglichen und darüber hinaus nach Gemeinsamkeiten gesucht. Kepplinger erkennt und belegt, dass die Skandalierungen in Deutschland mehrheitlich einem feststellbaren Muster folgen, unabhängig ob der inhaltliche Sachverhalt eines Skandals würdig ist oder nicht. Einmal angestoßen treiben Medien, Politiker und teilweise sogar die Wissenschaft den vermeintlichen Skandal voran, ohne dabei auf ethische Diskurswerte und ähnliches Rücksicht zu nehmen. Sogar menschliche und institutionelle Verluste werden dabei rücksichtslos in Kauf genommen Oftmals verlässt die Auseinandersetzung den sachlichen Raum (sofern sie vorher dort Platz genommen hatte) und bewegt sich nur noch angreifend auf der persönlichen Ebene. Professor Kepplinger hat hier eine systematisch-schematische Einordnung versucht, die ihm gut gelungen ist. Und auch seinem provokativen Fazit („Was in totalitären Systemen der Schauprozess war, ist in demokratischen Gesellschaften der Skandal“) muss man zuzustimmen. Eine mittelschwer geschriebene Studie für alle, die sich nicht gerne vordenken lassen, den eigenen Verstand gebrauchen wollen und auch mal nach dem „Warum?“ fragen.
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1 Kommentar:
Muß ich mir holen.
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